Rundumdenwasserturm

01. Mai 2026

Müllpirsch mit großem Ekel-Faktor

Umwerfende Resonanz und niederschmetternde Erkenntnis:
Der Eilsleber Heimatverein sieht starkes Engagement, aber auch ein hausgemachtes anhaltendes Problem.

VON RONNY SCHOOF

EILSLEBEN. „Es war unser dritter ortsweiter Müllsammeltag in Eilsleben und erneut ein starkes Zeichen für Umwelt- und Gemeinschaft“, fasst Nils Jachoke, Vorsitzender des Eilsleber Heimatvereins „Ober Aller“ die Aktion am vergangenen Wochenende zusammen. Wieder beteiligten sich rund hundert Helfer an der Müllpirsch – so hatte es der Heimatverein auch schon 2023 und 2024 bei den ersten beiden Aktionen dieser Art erlebt. Bedauerlicherweise kam der Verein auch diesmal zu der Erkenntnis: So umwerfend die Resonanz, so niederschmetternd auf der anderen Seite der Umstand, warum ein solcher großangelegte Prozedur überhaupt gestartet werden muss.

Schlachtabfälle und Tiere
Nicht nur bedroht, drückt es Nils Jachoke so aus: „Erneut zeigte sich dabei, wie wichtig dieses Engagement für unseren Ort ist. In den Ortschaften wurde so viel Abfall zusammengetragen, dass ein Container mit einem Fassungsvermögen von zehn Kubikmetern gefüllt werden konnte.“

Allerdings stießen die Helfer dabei auch auf Funde von höchstem Ekel-Faktor, was dann auch die Vereinschefin übel aufstößt: „Was teilweise so vorgefunden wurde, war schon besonders erschütternd“, sagt er. „Neben achtlos entsorgten Unrat stießen wir auch auf Schlachtabfälle und verendete Haustiere. Solche Funde machen fassungslos und zeigen deutlich, dass es sich nicht nur um ein ästhetisches, sondern auch um ein ernstes Umweltproblem handelt.“

Letztlich war man sogar zwei Tage mit der Entmüllung in und um Eilsleben beschäftigt. „Allen Beteiligten sowie die fleißigen Dankeschön dafür, dass sie geholfen haben, unser Dorf ein Stück sauberer und schöner zu machen“, so Jachoke. „Gefreut habe es den Vorsitzenden, dass Gemeinschaftssuche Eilsleben in diesem Jahr erstmals am Umwelttag beteiligt hat. Nicht zu vergessen sei Kita ‚Arche Noah‘, die kurzfristig die Versorgung der Helfer organisiert habe. ‚Dieses gemeinsame Anpacken ist ein starkes Zeichen für den Zusammenhalt in unserem Ort und für das wachsende Bewusstsein, dass der Schutz unserer Natur auch Teil der Identifikation mit der Heimat ist‘, lobt er.“

Bekanntes Problem
Gleichzeitig blieb festzuhalten: „Wenn ein jährlicher Umwelttag regelmäßig solche Mengen an Müll zutage fördert, muss uns das alle nachdenklich machen.“

Die illegale Entsorgung von Schlachtabfällen sei ein Problem, das der Heimatverein bereits mehrmals gegenüber dem Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Ober Aller angesprochen habe. „Als Jachoke moniert: ‚Bislang jedoch ohne erkennbare Reaktion. Unser ehrenamtliches Engagement soll und kann Teil der Lösung sein. Doch es gibt in dieser Frage auch klare öffentliche Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten.‘“

Angesichts des großen Engagements in der Bevölkerung und der Unterstützung vieler Vereine sei an der Zeit, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen, das tatsächliche Ausmaß des Problems transparenter zu machen und gemeinsam eine tragfähige und gemeinschaftliche Antwort zu finden.

Der Heimatverein sei für diesen Dialog offen und daran interessiert, gemeinsam konkrete Lösungen auf den Weg zu bringen.

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