Rund um den WasserturmZum Inhalt

Nostalgie

Tag des offenen Denkmals

von Susanne Lux (8. September 2002)

SSchön, dass es einen Tag des offenen Denkmals gibt, dachte ich am 8. September und machte mich auf, einen Teil meiner Kindheit zu suchen und wieder zu finden. Meine Kindheit - dazu gehörte die Wormsdorfer Straße in Eilsleben und untrennbar damit verbunden der Wasserturm. Erinnerungen werden wach, wenn ich ihn sehe. Wie viele Stunden meiner Kinderzeit verbrachte ich gemeinsam mit meinen Geschwistern oder Freunden an seinem Fuße beim Spielen, Stromern, Toben. Der Turm war für uns geheimnisumwoben. Er war alt, der Eingang verschlossen, die Fenster vernagelt. Oft versuchten wir, uns gegenseitig helfend, durch die Ritzen der Bretter einen Blick ins Innere zu werfen. Nun, nach so vielen Jahren, wurde er also möglich, dieser ersehnte Blick. Wer mutig genug war, konnte bis unter die Spitze klettern und die phantastische Aussicht von oben genießen. Keine Frage, dass ich es wagte. Es war toll. All die letzten Jahre verfolgte ich die Anstrengungen um den Erhalt des Wasserturms mit Interesse. Riesengroß war meine Freude, als endlich das Dach erneuert werden konnte. War das doch ein entscheidender Schritt, um den Verfall zu stoppen. Sicher, es gibt Dinge, die darüber nicht vergessen werden dürfen. Der Erhalt und die Finanzierung von Kindergärten und Schulen liegen auch mir am Herzen. Trotzdem sollten wir bedenken, dass alte Bauwerke und technische Denkmäler Zeitzeugen sind und auch unseren Kindern aus der Vergangenheit erzählen. Schön, dass es einen Tag des offenen Denkmals gibt und Menschen, die sich dafür engagieren, dass das Alte der Nachwelt erhalten bleibt.

Susanne Lux,
Klein Wanzleben

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